17
Sep
2008

Wohnung

Wir haben jetzt eine Wohnung. "Wir" heißt in diesem Zusammenhang Joanna, Monika, Ursula (alle 3 von Polen), Carolina, Sergio aka Sexgio (beides Spanier) und ich. Die Wohnung ist wunderbar gelegen, Supermärkte sind direkt in der Nähe und die Aufteilung der Zimmer ist beinahe Perfekt. In der Küche haben wir Geschirrspüler und Waschmaschine und Bad und Toilette sind ebenso getrennt. Und da mein Vertrag mit dem Studentenwohnheim "Prima" (nebenbei: ein verdammt unpassender Name) am 21. ausläuft, kann ich wahrscheinlich schon ab genau diesem Tag in der Gertrudis iela* Ecke Barona iela* einziehen. Und bezahlbar bleibt der Spaß auch! Ich kann also mit Fug und Recht behaupten, dass ich sehr zufrieden und daher auch ziemlich glücklich bin. Mir gehts also gut!

Visu Labu und viele liebe Grüße!



* Namen sind aus dem Gedächtnis und nur ungefähr richtig

11
Sep
2008

Erasmusparty und Grauen

Sveiki!

Meine Kurse haben mich mittlerweile in einen annaehernden Zustand des Alltags gebracht. Soweit ist das ganz angenehm. Vor allem deswegen aber, weil dieser frisch gewonnene Alltag immer mal wieder durchbrochen wird. Das letzte Wochenende habe ich beispielsweise im rigaer Umland auf der Willkommensparty fuer Erasmusstudenten verbracht. Wir hatten in Traumhafter Lage ein ziemlich grosses Blockhaus direkt am See mit Sauna und Whirlpool. Ein wirklich zauberhaftes Vergnuegen, welches am Samstag Mittag begann und Sonntag Nachmittag endete. Sehr erfreulich war dabei, dass das Wetter nocheinmal so richtig schoen geworden ist. Wir hatten Sonne satt und bestimmt 27 Grad.

Gestern war ich dann beim Fussballspiel Lettland gegen Griechenland im Stadion. Ich muss gestehen, dass ich noch nichts Entzaubernderes erlebt habe. Irgendwie wirkte alles so klein und unspektakulaer, dass ich mich fast schon langweilen wollte. Zumal das Spiel wirklich das reinste Grauen war. Griechenland war grausig und Lettland schien es sich in den Kopf gesetzt zu haben, unbedingt noch schlechter spielen zu muessen - leider mit durchschlagendem Erfolg. Die Fans haben sich folglich in absoluter Apathie wiedergefunden und ausser einem letargischen "Latvija! Latvija!" nicht viel mehr hinbekommen. Da waren die ca. 100 angereisten Griechen wesentlich lauter. Irgendwie war es aber dennoch relativ spassig - es war ja auch immerhin mein erstes Mal im Fussballtempel.

Heute habe ich dann endlich Nachricht von meinem Laptop erhalten: Es ist alles in Ordnung und angeblich nie etwas kaputt gewesen... Seltsam, seltsam und irgendwie nicht wirklich ein guter Grund zur Freude. Aber mal sehen - es wird schon werden!

Dann habe ich heute Abend noch das Vergnuegen, mich mit Mitgliedern der Sozialwissenschaftlichen Fakultaet zu treffen. Auch das verspricht bestimmt ganz witzig zu werden.

Euch alles gute und Liebe Gruesse!

4
Sep
2008

Mein Laptop

Leider hat mein Laptop nicht nur das, was ihn zu einem solchen macht, sondern zu allem Ueberfluss auch noch ein ausgesprochen schlechtes Timing, welches mir beim Kauf - im Gegensatz zu allen anderen Details - verschwiegen wurde. So jedenfalls habe ich wiederholt das zweifelhafte Vergnuegen, von der ollen Gurke genau dann im Stich gelassen zu werden, wenn ich ihn doch gerade am dringendsten brauche. Zur Reparatur habe ich ihn jetzt zu IRBE Elektronika gebracht. Der Laden hatte wirklich was an sich. Noch bin ich mir nicht sicher, ob dieses "etwas" vertrauensbildend wirkt, oder eher nicht. Allerdings tat sich mir nach Betreten des Bueros ein Arbeitsplatz auf, der aus irgendwelchen Sowjetdokumentarfilmen anno 1979 kommen koennte. Das ganze Arrangement dann dominiert von einem oberlippenbehaarten und nur Russisch sprechenden Herren, der der ganzen Szene noch den noetigen Schliff verpasst hat. Gluecklicher Weise hatte ich meinen neuen Zimmergenossen aus Litauen dabei, der der russischen Sprache wesentlich maechtiger war als ich, wie man sich vielleicht bildlich vorstellen kann. Er will jetzt erst einmal eine Diagnose erstellen, wobei er den Rechner dann fruehestens zum 16.9. repariert haben wuerde. Wenn er noch teile bestellen muss, koenne es noch laenger dauern. Ein weitere Unsicherheit sind die Kosten. Allerdings hoffe ich, dass meine Sorgen darum nur von Vorurteilen und Ahnungslosigkeit gepraegt sind. Sicher: kostenlos wirds nicht werden. Ich kann eben nur hoffen, dass es mich nicht gleich finanziell ausbluten laesst. Dahingehend bleibe ich aber einfach optimistisch.

Ansonsten haben jetzt die Kurse begonnen und ich kann mich dahingehend in keinster Weise beklagen. Riga ist einfach genial und die Kurse scheinen groesstenteils mithalten zu wollen. Ich kann auch alles belegen, was ich belegen wollte und insofern steht einem rosigen Stuedienverlauf bestenfalls meine Faulheit entgegen. Aber nach einer tollen und irgendwie lustigen auf jeden Fall aber Studentengefuehle hervorrufenden Eroeffnungszeremonie (mit Fackeln und Blasmusik - da schlaegt des Deutschen Herz hoeher!) hoffe ich, dass ich auch dieser Problematik erneut trotzen kann!

Uebrigens sind mir hier mittlerweile nicht nur Bremer Stadtmusikanten in Bronzeform (uebrigens huebscher als die in Bremen) und Roland begegnet, sondern ich habe auch das Bremer Stadtwappen an einem Gebaeude am Rathausplatz ausfindig machen koennen. Eine recht witzige, wenn auch etwas irritierende Dreingabe, die mir da zu Teil wurde. Aber da Riga Bremen insofern aehnelt, als dass es primaer einen Stadtkern gibt, indem man sich staendig ueber den Weg laufen kann und ein recht grosses Umfeld, wo man wohnt (oder auch besser nicht) ist der Vergleich vielleicht nicht ganz unpassend. Mindestens aber erklaert sich das aus der Partnerschaft der Staedte und der gemeinsamen Vergangenheit als Mitglieder der Hanse.

Liebe Gruesse an euch alle!

30
Aug
2008

Kurse und Co

Gestern hatten wir nun unsere Willkommensveranstaltung, während der uns Erasmusstudenten an der Latvijas Universitate erstmal alles genauestens erklärt wurde. Es gibt doch wirklich eine recht beachtliche Anzahl an Kursen, die in englischer und teilweise sogar in deutscher Sprache abgehalten werden. Das ganze hat jetzt allerdings eine gute und ein schlechte Seite. Die schlechte ist, dass es hier für die Kurse verdammt wenige ECTS geben wird - also diese verdammten Pünktchen, nach denen meine Studienleistung eingeschätzt wird und von denen ich nach "Learning Agreement" ganze 30 mit nach Hause bringen muss. Ein Hoch auf das einheitliche Studiensystem der EU - ein Hoch auf Bologna! Naja, es ist ja noch nicht 2010 und damit noch nicht aller Tage abend.

Gut ist, dass ich auf Grund der doch erheblich größeren Vielfalt der Kurse sogar noch meine fehlenden 3 ECTS für das Fach Jura füllen kann und das sogar noch mit Europarecht, was ich eigentlich auch noch in Bremen besuchen sollte. Schaden kanns sicher nicht!

Ansonsten gibt es derart viele Veranstaltung - vor allem auch außeruniveriäter Natur, dass ich schon bald Sorgen bekomme, irgendetwas aus Versehen zu verpassen. Bemerkenswert daran ist wirklich der hohe Grad an Organisiertheit, die hier im Umgang mit den Erasmusstudenten herrscht. Andererseits sind wir ja aber auch nicht die Ersten. Wirklich gut und hilfreich ist auf jeden Fall die schon fast an Aufoperung grenzende Arbeit, die mein "Buddy" Linda für mich und auch andere leistet. Wirklich Premium!

Einer dieser Hilfestellungen wahrnehmend - vor allem aber dem doch recht schönen Wetter Rechnung tragend, werde ich jetzt aber doch mal sehen, dass ich mal nach Jurmala und damit ans Meer komme!

27
Aug
2008

Kamera wieder funktionstüchtig

Nachdem ich heute Battarien gekauft habe - fast hätte ich sie wieder vergessen - habe ich doch gleich mal den Blick aus meinem Fenster geknipst. Vom Bild aus links folgt Elend - auf der rechten Seite der schöne Kern Rigas mit Altstadt und Co.

Blick aus meinem Studentenwohnheimszimmerfenster

Lettische Polizei

Gerade eben gab es den ersten "Zusammenstoß" mit der lettischen Polizei, die eine kleine Feierlichkeit zum Abschied einiger Medizinstudenten aufgelöst hat. Unschön dabei, dass sie einem hinterhergetreten haben... Das scheint schon noch ein bischen etwas anderes zu sein, hier in diesem schönem Land. Der Gesamteindruck der Runde war jedenfalls sehr unangenehm und die deutsche Polizei gewinnt regelrecht Sympathie.

24
Aug
2008

Sowjetsozialistische Überbleibsel?

Labdien!

Gestern war ich hier auf dem Rigaer Markt - unglaublich genial. Diejenigen von euch, die mich hier besuchen werden, können sich schonmal drauf freuen! Dort gibt es vermutlich alles. Klamottenstände und Co kennt man ja, aber die Unmengen an frischem, dreckigem, weil offensichtlich frisch ausgegrabenem Gemüse kennt man in Deutschland bestenfalls in kleineren Mengen aus der Kindheit oder dem elterlichen Garten. Überall trifft man auf von Armut gezeichnete Menschen, die Heidelbeeren, Pfifferlinge und ähnliches feilbieten. Zwischen den einzelnen Marktständen ragen große Hallen heraus, in denen Mann nicht nur frische Donuts für 10cent kaufen kann, sondern sich auch von russischen Matruschkas anmeckern lassen kann, wenn man Brot kaufen will. Eine dieser Hallen - ein Traum für jeden Vegetarier - ist komplett mit Fleischprodukten angefüllt. An den Ständen - und hier kommt die Überschrift zum tragen - stehen alle 2 Meter irgendwelche Verkäuferinnen - meist vom alten russischen Schlage. Und das Lustige ist jetzt, dass die sich ja nichtmal bewegen brauchen. Wenn du irgendein Produkt kaufen willst, dann hast du die Verkäuferin gleich bei der Hand. Dass sich eine Verkäuferin nicht bewegen muss, ist wahrscheinlich in Westeuropa gar nicht mehr zu finden. Auf jeden Fall wirkt das Bild sehr ungewohnt, doch irgendwie ganz hübsch. Ich jedoch habe mich in der Gesamtheit in diesen Markt verliebt - und zwar vollkommen! Ich werde dort nur noch einkaufen.

Ansonsten habe ich hier mehr und mehr der Erasusstudenten kennengelernt und ich beginne mich zu fragen, ob ich mit denen dauerhaft auskommen werde. Irgendwie sind die doch alle wie die komischen Studenten zu Hause. Etwas bedauerlich, aber defintiv ein weiterer Grund mehr und mehr Letten kennenzulernen. Allerdings sind auch nicht alle schlecht (auch wie zu Hause) und so habe ich gestern mit meinem Nachbarn Edouard aus Frankreich und einem frisch angekommenen Polen Skat gespielt. Und Hut ab - die beiden habens schnell durchblickt.

Und heute zum Sonntag heißt es dann: Treffen mit el Buddy and having some Drinks - again...

Visu Labu!
Stephan

22
Aug
2008

Von Vorspiel und Ankunft

Gestern, 09:38 Ortszeit, bin in Riga gelandet. Leider ein paar Minuten eher, als meine lettische "buddy" es erwartet hatte, sodass sie mich gestern am Flughafen nicht mehr angetroffen hatte. Sie ließ mich ausrufen und ich, der ich mein ganzes Leben vom Ausgerufenwerden träumte, verpasse meinen Auftritt, weil ich schon außerhalb des Flughafens auf den Bus nach Riga warte, in dem mich meine "buddy" (nebenbei: Linda), also Linda, gesehen haben will, als sie zurück in die Stadt gefahren ist. Nachdem sie sich dann bei Daniel, den sie übrigens für meinen Vater hielt, informieren konnte, wie meine Handynummer lautet, rief sie mich an, als ich grad in ein Hostel eintreten wollte sozusagen im richtigen Moment. Von da an ging dann alles sehr schnell. Linda hat mich wirklich an die Hand genommen: Ich konnte nichtmal das Ticket im Bus zahlen...

Das Ergebnis: ich wohne in der gefährlichsten Gegend Rigas, wie mir mittlerweile mehrere Leute vermittelt haben (auch Linda...). Und zwar in einem Doppelzimmer, das schon recht sauber und solide aber auch teuer ist. Mitbewohner habe ich noch keinen, allerdings ist das allgemeine Flair mir hier viel zu sehr Studentenwohnheim. Ich bleibe keinesfalls länger als notwendig und es sieht auch gut aus, dass ich hier nicht lange werde bleiben müssen. Nachdem ich nämlich gestern recht schnell sehr viele Leute getroffen habe, wurde mir gesagt, dass hier eine 6er WG in einer total dekadenten Jugendstilwohnung in der Innenstadt gegründet wird und dass dazu noch 2 Leute gesucht werden. Es soll auch sehr billig sein - hier in Riga eben doch nicht wirklich Standart. Die Preise sind etwas billiger, aber immer noch recht hoch. Besonders gemein dabei ist, dass der Lats doch ein gutes Stück stärker ist, als der Euro und somit wieder mal alles billiger aussieht, als man denkt. Aber dafür wird man dann sicher mit der Zeit auch ein Gefühl bekommen.

Allgemein in meiner Wohngegend sieht es hin und wieder wirklich etwas übel aus, was den Glanz und Glamour der Innenstadt doch etwas verdeckt. Aber schön ists allemal - und zwar richtig! Das hat sich auch daran gezeigt, dass ich gestern, obwohl ich die vorherige Nacht zum Packen statt Schlafen genutzt hatte, erst um 2 Uhr im Bett lag.

A propos Zeit: Hier ist es eine Stunde später, als in Schland. Das sollte man vielleicht berücksichtigen, will man mich auf meiner hoffentlich bald verfügbaren Handynummer anrufen. Problematisch dabei ist nun allerdings wieder, dass ich dank meines verdammten Magentafarbenen Mobilfunkanbieters ein Handy mit SIM-lock habe und damit meine olle Gurke die lettische SIM-Card nicht akzeptiert (die übrigens "kleiner Goldfisch" heißt). Ich hoffe mal, dass mir T-mobile dann bald Abhilfe verschaffen kann. Ansonsten werde ich echt grantig.

Die Kurzform ist übrigens: "Riga geil - mir gut!!" (für die Lesefaulen unter euch)

Einen lieben Gruß an alle!

Visu Labu!
Stephan

1
Apr
2008

Dies und Das

Sodele. Nachdem ich bei meinem lieben Schwesterlein mal reingeschaut habe, fühlte ich mich irgendwie aufgerufen das alles hier neu zu beleben. Was gibts neues?

Ich habe endlich mal meine Hausarbeit geschrieben und mittlerweile sogar mit 1,7 bestanden. Dank an alle Beteiligten - also primär an mich (höhö). 1,7 ist auch das Ergebnis meiner mündlichen Juraprüfung im Verwalungsrecht. Ein wahres Vergnügen. Und derzeit arbeite ich an meine Hausarbeit in den Internationalen Beziehungen.

Um vom ganzen Trott eine kleine Auszeit zu bekommen, fahre ich dieses Wochenende dann mit ein paar Freunden aus meiner neuen Schaukampfgruppe nach Bayern auf eine LARP-Convention, wo wir uns dann 3 Tage als NSCs verdingen können. 60 Leute mit Gummischwertern verprügeln - das wird ein Spaß!

Tja, ich werde dann mal versuchen, mich öfter zu melden.

Liebe Grüße an alle, die das hier lesen.
Euer Stephan

Ich hab ja ganz vergessen mich darüber zu freuen. Das soll dann hiermit erledigt sein. Yeeehaa!
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